Wenn im alltäglichen Sprachgebrauch von Gesprächs(psycho)therapie die Rede ist, ist häufig jede Art von Psychotherapie damit gemeint. Das liegt auch nahe, denn der Austausch von Therapeut zu Klient und umgekehrt verläuft in aller Regel nun einmal in Form von Gesprächen. Ein genauerer Sprachgebrauch ist jedoch dann sinnvoll, wenn es um die Art und Weise geht, wie dieser Austausch verläuft und welche Vorstellungen über seine Wirkungsweise dahinter stehen.

Bei der Gesprächspsychotherapie handelt es sich um ein wissenschaftlich anerkanntes, eigenständiges Therapieverfahren. Die in Deutschland bekanntesten anderen Therapieverfahren sind die Verhaltenstherapie oder die analytischen Verfahren. Die Gesprächspsychotherapie zeichnet sich durch ein besonderes Menschenbild aus und unterscheidet sich darin von den genannten anderen Verfahren. Das humanistische Menschenbild der Gesprächspsychotherapie baut auf die aus ihrer Sicht jedem Menschen innewohnende Fähigkeit auf, seine Krisen aus eigener Kraft zu bewältigen. Hierin erkennt die humanistische Sichtweise der Gesprächspsychotherapie quasi das psychische Gegenstück zu den häufig genannten Selbstheilungskräften, die in der somatischen Naturheilkunde schon immer eine zentrale Rolle spielen.

Eine auf humanistische Weise angelegte Gesprächspsychotherapie bietet dem Klienten einen sicheren Rahmen für eine vertrauensvolle therapeutische Beziehung. Diese ist in der Gesprächspsychotherapie in ein kongruentes und wertschätzendes, empathisches Miteinander mit dem Therapeuten eingebettet. Darin drückt sich die grundlegende Haltung des Therapeuten dem Klienten gegenüber aus. Carl Ransom Rogers (1902 - 1987) gilt als Begründer dieser Form der Psychotherapie, deren zentrale Begriffe untrennbar mit seiner Forschungsarbeit verbunden sind.

Es gibt mittlerweile eine leicht zugängliche, aber auch kaum mehr überschaubare Fülle guter, auch deutschsprachiger Literatur über die Gesprächspsychotherapie im Besonderen und deren humanistischen Grundlagen im Allgemeinen. Diese Lektüre ist meiner Ansicht nach in jedem Falle und gerade in Zeiten wie unseren einem menschlicheren Miteinander förderlich - auch außerhalb des Rahmens einer Gesprächspsychotherapie.

Haben Sie vielleicht noch Fragen hierzu? Wir beantworten Sie Ihnen gerne!


<<< Beratung und Therapie